Gertrud Neuhaus

Gertrud Neuhaus malt – hier natürlich in grün. Es handelt sich um Landschaften, Acryl auf Papier, spontan und freimütig gemalt mit intuitiver, gestischer Pinselführung. Entstanden sind sie während eines dreimonatigen Aufenthalts im schönen Buchenwald der Huysburg nahe Halberstadt, dessen Luft man einzuatmen meint beim Betrachten der Bilder.
Gertrud Neuhaus denkt aber immer auch installativ. So können die Landschaften auf Tapeten hängen, als wären sie Kunst im Wohnzimmer. Oder die Malerei befindet sich direkt auf vier Meter langen Tapetenbahnen, die frei und fast skulptural von der Decke hängen.

Ein in Brauntönen geometrisch gemusterter Fenstervorhang wird mit grünen Waldfarben größtenteils überdeckt und changiert im Ausstellungsraum zwischen ungegenständlicher Malerei, einem Fensterausblick oder einem Vorhang, hinter dem man ein Fenster vermutet.

An anderer Stelle wird ein ähnlicher aber deutlich größerer Waldvorhang zu einer Kabine aufgehängt. Tritt man in sie hinein, sieht man die hautfarbene Rückseite des bedruckten Stoffes, auf dem sich die grüne Farbe der Vorderseite teilweise durchgedrückt hat. Diese Flecken wurden wiederum – wie mit Make-up- retuschiert. Man befindet sich im Wald auf links und wird so auf sich selbst zurückgeworfen. Ich glaub ich steh im Wald.

Ausstellungen konzipiert Gertrud Neuhaus immer unter Berücksichtigung des jeweiligen Ausstellungsortes.

gertrudneuhaus.de